Januar-Analyse: Wohnimmobilienpreise steigen weiter
Immobilienwissen DE Kaufpreise
- Wohnimmobilienpreise erneut mit moderatem Monatsplus: +0,4 % bei Einfamilienhäusern und +0,1 % bei Eigentumswohnungen.
- Im Jahresvergleich steigen die Preise für Einfamilienhäuser mit +3,3 % stärker als Preise für Eigentumswohnungen (+2,2 %).
- Leipzig bleibt dynamischste Metropole: +5,3 % bei Häusern, +7,0 % bei Wohnungen.
- Verhandlungsspielraum bleibt vergleichsweise gering: Differenz zwischen Angebot und Kauf bundesweit bei -5,7 %.
Marktaktivität deutlich über Vorjahr: Baufinanzierungsvolumen im Dezember +15,1 % gegenüber Vorjahr; Marktaktivitätsindex steigt auf 160,6 Punkte.
Die Kaufpreise für Wohnimmobilien in Deutschland steigen weiter moderat an. Einfamilienhäuser verteuerten sich im bundesweiten Durchschnitt zum zweiten Mal in Folge um +0,4 % gegenüber dem Vormonat, Eigentumswohnungen legten um +0,1 % zu. Im Jahresvergleich liegen die Hauspreise nun bei +3,3 % und damit erstmals seit längerem wieder über der Entwicklung der Eigentumswohnungen, die ein Plus von +2,2 % verzeichnen.

„Die Entwicklung wirkt weiterhin stabil und vergleichsweise stetig“, so Christian Sauerborn, Chefanalyst bei Sprengnetter. „Bemerkenswert ist, dass die Einfamilienhäuser im Jahresvergleich inzwischen stärker zulegen als die Eigentumswohnungen. Das deutet auf eine leichte Verschiebung innerhalb der Nachfrage hin, ohne dass von einer dynamischen Aufwärtsbewegung gesprochen werden kann.“
Großstadtvergleich Einfamilienhäuser: Leipzig weiterhin besonders dynamisch
Im Vergleich der acht Metropolen zeigt sich ein differenziertes Bild. Leipzig
weist mit +5,3 % das stärkste Jahreswachstum bei Einfamilienhäusern auf,
gefolgt von Frankfurt am Main (+3,7 %) und Düsseldorf (+2,4 %). Hamburg
liegt mit +1,5 % ebenfalls im Plus.Rückläufig sind die Preise dagegen München
(-2,2 %), Stuttgart (-2,8 %), Berlin (-1,1 %) und Köln
(-0,3 %).

Großstadtvergleich Eigentumswohnungen: Leipzig mit deutlichem Abstand vorn
Auch bei Eigentumswohnungen bleibt Leipzig mit +7,0 % im Jahresvergleich klar führend. Ebenfalls deutliche Zuwächse verzeichnen Düsseldorf (+3,2 %), Hamburg (+2,3 %), Frankfurt (+1,7 %) und Köln (+1,4 %). München bewegt sich mit +0,1 % nahezu seitwärts, Stuttgart liegt bei 0,0 %. Berlin bleibt mit -0,9 % die einzige Metropole mit negativem Jahreswert.

Angebots- und Transaktionspreise: Verhandlungsspielraum bleibt begrenzt
Die Differenz zwischen Angebots- und Transaktionspreisen bleibt bundesweit mit -5,7 % weiterhin gering. Verkäufer und Käufer sind sich damit deutlich nähergekommen als noch in den Hochphasen des Marktes.
Leipzig weist rechnerisch ein ausgeglichenes Verhältnis auf – Angebotspreise und realisierte Kaufpreise liegen hier im Durchschnitt nahezu auf demselben Niveau. Der größte Verhandlungsspielraum zeigt sich in Köln (-8,9 %), gefolgt von Hamburg (-8,0 %) und Stuttgart (-6,7 %).

„Die weiterhin enge Spanne zwischen Angebot und Abschluss zeigt, dass sich der Markt auf einem neuen Gleichgewichtsniveau eingependelt hat“, so Sauerborn. „Der Verhandlungsspielraum hat sich seit den Spitzenzeiten spürbar verringert.“
Datengrundlage
Für diese Analyse wurden 1.413.966 Angebotspreise und 344.912 Kaufpreise im Zeitraum vom 1. bis zum 31. Januar 2026 ausgewertet.
Baufinanzierungen im Dezember 2025: Marktaktivität liegt weiterhin deutlich über Vorjahresniveau
Die moderaten, aber stetigen Preiszuwächse treffen auf eine deutlich gestiegene Finanzierungsaktivität. Das Volumen neu vergebener Baufinanzierungen an private Haushalte belief sich im Dezember 2025 auf 19,55 Mrd. Euro. Damit ist es um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat (November 2025: 19,61 Mrd. Euro) gesunken. Im Jahresvergleich zeigt sich jedoch ein Zuwachs von 15,1 Prozent gegenüber Dezember 2024, wo das Volumen bei 16,98 Mrd. Euro lag.

„Die höhere Marktaktivität ist das Ergebnis moderat steigender Preise bei zugleich stabilen Baufinanzierungszinsen und anhaltend robuster Nachfrage. Vor diesem Hintergrund ist kurzfristig nicht mit einer Abschwächung zu rechnen.“
Marktaktivität im Dezember 2025 mit deutlichem Jahresplus
Die preisbereinigte Betrachtung zeigt, dass die Steigerung nicht nur auf nominale Effekte zurückzuführen ist, sondern eine echte Markterholung widerspiegelt. Der Marktaktivitätsindex, der das Volumen neu vergebener Baufinanzierungen an private Haushalte um die Preisentwicklung bereinigt und damit die tatsächliche Marktdynamik abbildet, liegt im Dezember 2025 bei 160,6 Punkten und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 139,2 Punkten.