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Aktuelle Leibrentenbarwertfaktoren auf Grundlage der neuen Sterbetafel 2017/2019

Am 29. September hat das Statistische Bundesamt die neue Sterbetafel für die Jahre 2017 bis 2019 veröffentlicht, auf deren Grundlage die in der Immobilienbewertung benötigten Leibrentenbarwertfaktoren berechnet werden. Für Wertermittlungsstichtage ab dem 29. September 2020 sind diese bei der Kapitalisierung von an die Lebenszeit gebundenen Rechten (wie z.B. Wohnungsrechten) heranzuziehen.

Die Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes
Durchschnittliche Lebenserwartung für neugeborene Mädchen: 83,4 Jahre 

Durchschnittliche Lebenserwartung für neugeborene Jungen: 78,6 Jahre 

Damit ist die Lebenserwartung in Deutschland gegenüber der letzten Berechnung (für den Zeitraum 2016 bis 2018) bei Mädchen und Jungen jeweils um rund 0,1 Jahre gestiegen.

Lebenserwartung im Ländervergleich:
Mädchen in Baden-Württemberg haben mit 84,2 Jahren sowie dort geborene Jungen mit 79,8 Jahren die höchste Lebenserwartung bei der Geburt. 

Die niedrigsten Werte weisen weiterhin Mädchen im Saarland mit 82,2 Jahren sowie Jungen in Sachsen-Anhalt mit 76,4 Jahren auf. 

Die Differenz in der Lebenserwartung zwischen den Geschlechtern zugunsten der Mädchen ist mit 6,3 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern am größten und in Hessen mit 4,3 Jahren am geringsten.

Modellrechnung zur künftigen Sterblichkeit ergibt deutlich höhere Lebenserwartung
Die Sterbetafel 2017/2019 des Statistischen Bundesamtes ist eine sogenannte Periodensterbetafel. Sie setzt die Zahl der in den Jahren 2017 bis 2019 Gestorbenen ins Verhältnis zur Bevölkerung in den einzelnen Altersjahren und errechnet daraus in mehreren Schritten die Lebenserwartung. Es handelt sich demnach um eine Momentaufnahme der Sterblichkeitsverhältnisse der gesamten Bevölkerung. Die Berechnung enthält keine Annahmen dazu, wie sich die Lebenserwartung künftig entwickeln wird.

Wie sich Trends aus der Vergangenheit zukünftig auf die Lebenserwartung auswirken können, zeigen Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes zu sogenannten Kohortensterbetafeln. Eine Kohortensterbetafel beschreibt die Lebenserwartung eines Geburtsjahrgangs (Kohorte) auch auf Basis von Annahmen zur künftigen Entwicklung der Sterblichkeit. Setzt sich die über einen längeren Zeitraum beobachtete Abnahme der Sterbewahrscheinlichkeiten in den einzelnen Altersjahren fort, dann könnten heute geborene Mädchen je nach Schätzvariante durchschnittlich 87 bis 93 Jahre und Jungen 83 bis 90 Jahre alt werden. Das heißt, auf Basis gegenwärtig absehbarer Trends läge die Lebenserwartung heute Neugeborener deutlich höher als nach der Momentaufnahme anhand der Periodensterbetafel für die Jahre 2017 bis 2019.

In der Immobilienbewertung werden die Sterbetafeln u.a. für die Ermittlung der Leibrentenbarwertfaktoren zur Kapitalisierung von an die Lebenszeit gebundenen Rechten (z.B. Wohnungsrechten) benötigt.
Diese werden mit der 135. Ergänzung der Marktdaten und Praxishilfen an alle Bezieher ausgeliefert. In der Sprengnetter Online-Bibliothek sind die entsprechenden Seiten bereits aktualisiert. Für die Sprengnetter-Software ProSa stehen die neuen Sterbetafeln und damit ebenfalls die neuen Leibrentenbarwertfaktoren bereits seit Veröffentlichung der neuen Sterbetafel über den Online-Updater automatisch zur Verfügung.

Seit dem 9. Oktober stehen auch die Versicherungsbarwerte für Leibrenten des Statistischen Bundesamtes zur Verfügung, die den von Sprengnetter berechneten und veröffentlichten Leibrentenbarwertfaktoren entsprechen.

 

Quelle: Sprengnetter intern; Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Nr. 377 vom 29.09.2020)

 

Tags: Marktdaten