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Baupreisindex erstmals seit elf Jahren mit negativer Entwicklung zum Vorquartal

Am 9. Oktober 2020 veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Baupreisindizes für August 2020 (drittes Quartal). Demnach lagen die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude auf dem gleichen Niveau wie im August 2019. Im Vergleich zum Vorquartal sanken die Baupreise jedoch um 2,2 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, sei dafür vor allem die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung verantwortlich. Eine Stagnation der Baupreise gegenüber dem Vorjahr gab es zuletzt im August 2003, einen Rückgang zum Vorquartal zuletzt im zweiten Quartal 2009. Im Mai 2020, dem zuletzt erhobenen Monat, hatte der Preisanstieg im Jahresvergleich bei 3,0 % und im Vergleich zum Vorquartal bei 0,4 % gelegen

Um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hätten die Baupreise ohne Mehrwertsteuersenkung zugenommen.

Alle Preise beziehen sich auf Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Mehrwertsteuer. Berechnungsgrundlage hierfür bilden Preise für Bauleistungen ohne Mehrwertsteuer. Die Mehrwertsteuer wird automatisiert hinzugerechnet. Bei unverändertem Steuersatz hätte die Preissteigerung gegenüber dem Vorjahresmonat rein rechnerisch 2,6 % betragen.

Die Entwicklungen der wichtigsten Baupreisindizes

Rohbauarbeiten an Wohngebäuden im Vergleich zum Vorjahr:

  • Die Preise gingen von August 2019 bis August 2020 um 0,4 % zurück
  • Größter Anteil an den Rohbauarbeiten und am Gesamtindex für den Neubau von Wohngebäuden: Betonarbeiten und Mauerarbeiten
  • Betonarbeiten: 0,9 % günstiger
  • Mauerarbeiten: 0,3 % günstiger
  • Zimmer- und Holzbauarbeiten: 0,6 % günstiger
  • Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten: 0,2 % teurer
  • Erdarbeiten: 0,3 % teurer 

 

Ausbauarbeiten im Vergleich zum Vorjahr:

  • Die Preise nahmen im August 2020 gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % zu
  • Größter Anteil an den Ausbauarbeiten: Tischlerarbeiten (0,1 % günstiger)
  • Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen: 0,9 % teurer
  • Nieder- und Mittelspannungsanlagen 1,2 % teurer
  • Metallbauarbeiten: 0,5 % teurer

 

Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen) im Vergleich zum Vorjahr:

  • Die Preise nahmen um 0,6 % zu

Neubaupreise für Bürogebäude: Anstieg um 0,1 %
Gewerbliche Betriebsgebäude: Unverändert
Straßenbau: 0,9 % günstiger gegenüber August 2019

Die wichtigsten Baupreisindizes im Überblick:

  • Wohngebäude (Basisjahr 2015) => 115,1 %
  • Instandhaltung von Wohngebäuden (Basisjahr 2015) => 115,6 %
  • Bürogebäude (Basisjahr 2015) => 115,5 %
  • Gewerbliche Betriebsgebäude (Basisjahr 2015) => 115,6 %
  • Straßenbau (Basisjahr 2015) => 117,5 %

 

Der Einsatz des Baupreisindex in der Wertermittlung

Die vom Statistischen Bundesamt ermittelten Indizes für Bauleistungspreise stellen die Entwicklung der Preise für den konventionell gefertigten Neubau ausgewählter Bauwerksarten des Hoch- und Tiefbaus sowie für Instandhaltungsmaßnahmen an Wohngebäuden dar. In der Wertermittlung werden diese benötigt, um die Normalherstellungskosten an die Preisverhältnisse am Wertermittlungsstichtag anzupassen.

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Das Update für die Aktualisierung Ihrer Software ist unmittelbar nach Veröffentlichung des neuen Baupreisindex vorbereitet und allen Kunden zur Verfügung gestellt worden. Wenn Sie nicht den automatischen Updateservice nutzen, sollten Sie als Nutzer von ProSa, ProBel und AKuK die neuen Baupreisindizes über das kostenfreie Update in Ihre Software einspielen. Mit diesem Update werden die Baupreisindizes in den genannten Softwareprogrammen in einem Zuge aktualisiert.

Für unsere webbasierten Bewertungslösungen (Five2Click, Ten2Click Ten2Click eXpert, SprengnetterONE, SprengneterValue) ist der neue Baupreisindex bereits automatisch durch Sprengnetter zentral bereitgestellt und eingespielt worden. Für die Nutzer dieser Lösungen ist die Aktualität des Baupreisindex daher automatisch gegeben.

Quelle: Sprengnetter intern; Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 398 vom 09.10.2020

 

Tags: Marktdaten